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Authentizität // Über Echtheit online und im wirklichen Leben

Ich habe mich in letzter Zeit viel damit beschäftigt, worüber ich hier schreiben möchte und - letztendlich auch - was ich von mir und über mich teilen will. Ich habe diesen Blog erstellt, um meine Erfahrungen zu teilen. Und vielleicht so andere zu erreichen, die mit ähnlichen Themen beschäftigt sind wie ich. Das habe ich mit meinen Artikeln zu Seed Cycling und dem weiblichen Zyklus schon begonnen. Meine letzten Posts waren dann aber vor allem Rezepte. Ernährung und das Essverhalten spielen eine große Rolle in dem Bereich, über den ich eigentlich gerne mehr schreiben würde. Ich entwickle und fotografiere sehr gerne Rezepte und teile das Ergebnis hier und bei Instagram. Aber die letzten Monate habe ich auch gemerkt, dass ich es auf die Dauer anstregend finde, jeden Tag etwas zu kochen, das nicht nur gut schmeckt, sondern sich auch gut fotografieren lässt.

Vor allem ist es aber so, dass ich das Gefühl habe, in der Welt, die sich so nach außen hin zeigt, einen Teil von mir zurückzuhalten oder vielleicht sogar zu verbergen.

 

Gleichzeitig ist die Hemmschwelle über persönlichere Themen zu schreiben natürlich höher, als ein Bild vom Mittagessen zu posten, das möglichst viele Likes bei Instagram erzielt. Aber letztendlich möchte ich, wenn ich schon öffentlich schreibe und Dinge teile, auch authentisch sein.

 

Ich habe vor Kurzem einen Artikel von Jessi von faring well gelesen - einer der ersten Blogs, den ich regelmäßig gelesen habe. Sie schreibt darüber, durch die Arbeit als Food-Bloggerin so unter Druck geraten zu sein, ständig neue und augenscheinlich gesunde Rezepte produzieren zu müssen, dass sie dadurch ihre eigene Gesundheit vernachlässigt hat und die gekochten Gerichte häufig selbst gar nicht essen konnte. Während sie nach außen hin ein gesundes Leben voll mit leckerem Essen und perfekt aussehenden Settings repräsentierte, war sie häufig überlastet und hatte selbst kein einfaches Verhältnis zum Essen und zu ihrem Körper.

Und während ich schon das poste, was ich wirklich esse, habe ich mich trotzdem in dem Aspekt wiedergefunden, manchmal nach außen hin etwas darzustellen, das in Wirklichkeit alles andere als perfekt ist.

 

Artikel dieser Art habe ich in letzter Zeit häufiger gelesen und ich merke auch an mir selbst, dass es sich für mich falsch anfühlt, auf Instagram eine ideale Welt darzustellen, die so natürlich nicht immer existiert. Und vor allem merke ich auch, dass es mich persönlich am meisten inspririert, wenn ich von anderen lese, die etwas über die eigene - nicht ganz so perfekte - Wahrheit schreiben. Ein anderes Beispiel dafür ist Renee Byrd, die auf ihrem Blog Will Frolic for Food mit dem Hashtag #RealDietStory eine kleine Bewegung unter Foodbloggern ausgelöst hat.

 

Die online-Welt ist verrückt. Ich liebe es, mich von den Bildern und Ideen anderer inspirieren zu lassen und auch das Gefühl von Gemeinschaft, das entstehen kann. Gleichzeitig merke ich auch, wie ein Teil von mir diese gestellte und inszenierte Welt ablehnt und es mich auf die Dauer wahnsinnig anstrengt, die perfekten Bilder und die aufwendig inszenierten Settings zu sehen. Denn - seien wir mal ehrlich - unsere Leben sind eben nicht so. Ich sehe es als eine Form von Kreativität und auch als Kunst an und kann es auch als solche anerkennen. Aber authentisch? Ist es wohl leider häufig eher weniger.

 

Zudem ist es auch eine sehr egozentrische Welt. All die perfekten Bilder lassen eine Illusion von ein Welt entstehen, die wenn andere sie sehen, nur dazu führen kann, dass sie sich im Vergleich schlechter fühlen. Denn natürlich sieht die eigene Realität ganz anders aus. Und möchte ich mich schlecht fühlen, wenn ich mir bei Instagram die neusten Posts anschaue? Und noch wichtiger: möchte ich, dass andere denken, dass es bei mir immer so aussieht?

 

Aber die online-Welt ist auch eine Möglichkeit, mehr von uns selbst zu zeigen. Unsere Verletzlichkeit und unsere vermeintlichen Schwächen zu zeigen und zu teilen. Und uns mehr so zu zeigen, wie wir wirklich sind. Um so anderen zu vermitteln, dass wir mit unseren Problemchem und Themen, die uns beschäftigen, nicht alleine sind.

 

Deshalb möchte ich von nun an mehr darüber schreiben und dazu teilen. Über meine Realität. Über das, was mich beschäftigt und womit ich mich abgesehen von Kochen und Ernährung beschäftige.

Ich koche nicht immer nur Essen, das perfekt angerichtet ist.

Und möchte das auch gar nicht.

Manchmal muss es einfach nur nahrhaft sein und schnell gehen. Deshalb ist es in der Realität auch häufig so, dass ich immer wieder ähnliche Gerichte koche.

 

Außerdem ist Hormonregulation ein Thema, das mich sehr interessiert - natürlich auch aus persönlichen Gründen.

Ich beschäftige mich in dem Zusammenhang viel mit dem Thema Selbstfürsorge, Selbstakzeptanz und Selbstliebe.

Und natürlich spielt Yoga eine große und wichtige Rolle in meinem Leben - als Schülerin, als Lehrerin und in meiner eigenen Praxis.

 

Mehr dazu bald!

 

Love

Helen

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Rim (Samstag, 15 September 2018 13:11)

    Finde deinen Beitrag ganz toll und wichtig. Danke!

  • #2

    Julia (Sonntag, 16 September 2018 10:17)

    Hallo liebe Helen. Ich kann dich sehr gut verstehen. Deine Gedankengänge sind such bei mir ständig präsent. Was will ich teilen. Was sollte ich teilen etc. Ich mach jetzt einfach. Bock über frauengesundheit zu schreiben. Just do it. Dss nächste mal über Hormone? Why not. Und wenns dann wieder mal was tolles und fotogenes (!) Zum Essen gibt- her damit. Mach was sich für dich richtig anfühlt. Nur dann kannst du es auch dauerhaft machen. �