Nebenwirkungen der Pille

Im letzten Artikel bin ich darauf eingegangen, weshalb die Pillenblutung keine echte Menstruationsblutung ist. Die synthetischen Hormone, die die Pille enthält, ähneln zwar unseren körpereigenen Hormonen in der chemischen Struktur, haben aber auch entscheidende Unterschiede. 

 

Schon seit Jahren höre ich von immer mehr Frauen, die unter Nebenwirkungen der Pille gelitten haben. Und damit häufig leider nicht ernst genommen wurde. Viele Ärzte bagatellisieren die Pille und mögliche Side-Effects und empfehlen sie schon jungen Mädchen als sicherstes Verhütungsmittel. Viele Frauen setzten die Pille dann selbstständig ab, weil sie sich einfach unwohl damit fühlen. 

 

meine Erfahrungen mit der Pille

Mir ging es ähnlich. Die Pille hat sich negativ auf meine Stimmung ausgewirkt und ich habe mich einfach weniger wie ich selbst gefühlt. Zudem hatte ich nach dem Absetzen der Pille Haarausfall und meine Schilddrüsenhormone waren aus dem Gleichgewicht geraten, sodass mir eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert und Hormone verschrieben wurden. Zudem hatte ich zahlreiche Blasenentzündungen. Und natürlich – meine Periode blieb aus. Ich habe glücklicherweise nie begonnen, die Schilddrüsenhormone zu nehmen und die Werte haben sich von selbst wieder normalisiert. Meine Haare sind wieder gewachsen und meine Stimmung hat sich gebessert. Und auch mein Zyklus hat sich erholt.

Die Nebenwirkungen waren insofern also reversibel. Mittlerweile würde ich die Pille aber nie wieder nehmen und sie auch niemandem empfehlen. Denn tatsächlich sind zahlreiche Nebenwirkungen erwiesen.

Im Folgenden stelle ich einige Nebenwirkungen, für die es mittlerweile wissenschaftliche Belege gibt dar. Tatsächlich sind die möglichen Nebenwirkungen so umfangreich und vielfältig, dass sie nicht alle berücksichtigt werden. Der Artikel soll deshalb nur eine grobe Übersicht und einen Einblick in mögliche Folgen der Einnahme der Pille geben. 

 

depressionen

In einer großen Studie untersuchten Forscher der Universität Kopenhagen über 1 Millionen Frauen über 13 Jahre hinweg und fanden, dass Frauen und Mädchen unter Einnahme der Pille signifikant wahrscheinlicher unter Depressionen litten. Die Forscher betonten zudem, dass ihre Ergebnisse die Realität zudem wahrscheinlich unterschätzen, da nur Frauen berücksichtigt wurden, die die Diagnose einer Depression erhielten. Viele Frauen sprechen aber wahrscheinlich nie mit ihrem Arzt über ihre Stimmungsschwankungen, sodass die Diagnose nie gestellt wird. Eine Follow-up-Studie der selben Forschungsgruppe kam zudem zu dem Ergebnis, dass Frauen unter Einnahme der Pille ein dreifach erhöhtes Suizidrisiko hatten. 

 

Wie kann die Pille die Stimmung beeinflussen?

Erstens wird dein Nervensystem anfälliger für Stress. Während Progesteron eine beruhigende und dämpfende Eigenschaft hat, sind die synthetischen Progestine eher mit Depression und Angst assoziiert. Die Produktion des natürlichen Progesterons wird durch die Pille unterdrückt und die stressmindernde Wirkung auf den Körper bleibt aus. Zusätzlich könnten die synthetischen Pseudohormone wie Levenorgestrel auch einen stressinduzierenden Effekt auf den Körper haben. Studien konnten so zeigen, dass die Funktionsweise der Stress-Achse unter Einnahme der Pille verändert war und eine verstärkte Stressreaktion auftrat (lies hier und hier).

 

Eine weitere Studie konnte zeigen, dass die Gehirnstrukturen von Frauen, die die Pille nahmen, im Vergleich zu Frauen, die einen natürlichen Zyklus hatten, verändert war. Die Forscher kamen zu der Schlussfolgerung, dass diese Veränderungen im lateralen orbitofrontalen Kortex mit emotionalen Veränderungen zusammenhängen könnten. 

 

abnahme der Libido

Vielfach wird auch eine Abnahme der Lust berichtet. Wir nehmen die Pille also, um geschützten Geschlechtsverkehr haben zu können – haben dann aber gar keine Lust mehr darauf, weil die Pille die Libido unterdrückt. Die Pille kann zu vaginaler Trockenheit, verminderter Empfindsamkeit, weniger Orgasmen und genereller Unlust führen. Das Problem daran ist, dass viele Frauen, die schon früh anfingen, die Pille zu nehmen, dies nicht unbedingt wahrnehmen, weil es für sie zur Normalität geworden ist.

 

Das ist wieder eine Konsequenz, der Störung des körpereigenen Hormonhaushalts. Wenn die Pille den Körper so durcheinanderbringt, dass er keine eigenen Hormone produziert, führt das zu den oben genannten Nebenwirkungen. Denn ohne Östrogen ist die Vagina nicht mehr in der Lage, sich selbst feucht zu halten. Und das führt nicht nur zu Unlust, sondern auch zu Schmerzen beim Sex und Infekt-Anfälligkeit. 

 

Besonders Pillen die stark antiandrogen wirken und beispielsweise bei starker Akne oder Körperbehaarung verschrieben werden, unterdrücken die Lust auf Sex. Der bekannteste Vertreter der Androgene ist Testosteron. Und auch wir Frauen brauchen Testosteron – unter anderem eben zur Förderung der sexuellen Lust.

 

Haarausfall

Die Pille wirkt sich auf verschiedenen Ebenen auf das Haarwachstum aus. So hängt auch Haarausfall hängt mit dem Androgengehalt der Pille zusammen. Ist der Androgengehalt hoch, kann schon die Einnahme der Pille zu Haarausfall führen, da sie die Haarfollikel schrumpfen lassen. Das ist ein recht langwieriger Prozess und Effekte werden erst nach Monaten oder Jahren bemerkt. Auf der anderen Seite führen Pillen mit niedrigem Androgengehalt bei Absetzen der Pille zu Haarausfall. In diesem Fall kann es zu einer Überproduktion männlicher Hormone im Körper kommen und dies kann ebenfalls zu Haarausfall führen. 

 

Abgesehen davon wirkt sich einfach das ausgelöste Hormonungleichgewicht nach dem Absetzen auf das Haarwachstum, denn die Haare sind eng mit dem Hormonhaushalt verknüpft. Vielleicht kennst du auch Haarausfall nach Stressphasen. Und wie bereits oben beschrieben, wirkt sich die Pille auch auf unsere Stressreaktion aus. 

 

Mineralstoffmangel

Und auch ein durch die Pille verursachte Mineralstoffmangel wirkt sich auf das Haarwachstum aus. Besonders auffällig vermindert ist in diesem Zusammenhang das Vitamin C, Vitamin D3, Vitamin B12 und Vitamin B6. Die Manipulation des Körpers durch die Einnahme künstlich hergestellter Hormone lässt den Organismus auf Hochtouren arbeiten, weshalb er riesige Mengen an Vitalstoffen benötigt. Er versucht mit aller Anstrengung, irgendwie wieder ins Gleichgewicht zu kommen, was ihm bei der täglichen Einnahme der Pille natürlich nicht gelingt. Der Körper setzt dann Prioritäten und entzieht den Haarwurzeln die Nährstoffe, um sie an anderer Stelle einzusetzen.

 

Mehr dazu, was der Mineralstoffmangel in unserem Körper anstellt, findest du in diesem großartigen Artikel  von Isabel von dem Blog „Generation Pille“. Der Blog ist generell sehr zu empfehlen, wenn du dich für das Thema Pille und ihre Folgen interessierst.

 

Krebserkrankungen

Studien zeigen, dass die Pille das Risiko für Brustkrebs leicht erhöht. In 2005 stufte die "International Agency for Research an Cancer" (Internationales Krebsforschungszentrum) der Weltgesundheitsorganisation WHO) Verhütungsmittel, die mehrere synthetische Hormone enthalten (Östrogene und Progesteron), auf Grundlage der bisher veröffentlichten Forschungsergebnisse als das Risiko für Brus-, Gebärmutterhals- und Leberkrebs erhöht. Das Risiko für Eierstock- und Gebärmutterkrebs sei bei langfristiger Einnahme hingegen leicht niedriger. 

 

Hast du Erfahrungen mit Nebenwirkungen der Pille? Berichte mir gerne hier in den Kommentaren oder bei Instagram davon - oder schreib mir eine Nachricht. Ich freue mich, von dir zu hören!

 

Love

Helen

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