Weshalb die Pillenblutung keine echte Menstruation ist

Viele Frauen nehmen die Pille nicht zur Verhütung, sondern um bestimmte Symptome wie Akne, PMS oder Zyklusunregelmäßigkeiten zu „behandeln“. Und klar – die Pille hilft bei vielen Beschwerden oberflächlich und unterdrückt bestimmte Beschwerden für die Zeit der Einnahme. 

 

Aber die Pille kann dir keinen echten regelmäßigen Zyklus schaffen. Wie ich schon hier beschreiben habe, sind Pillenblutungen keine echte Menstruation und entsprechen nicht deinem natürlichen Hormonzyklus. Nimmst du die Pille ein, unterstützt du so nicht das hormonelle Gleichgewicht deines Körpers, sondern unterdrückst die Produktion der körpereigenen Hormone.

 

Pillenblutungen sind pharmazeutisch induzierte Blutungen, die willkürlich in einem 28-Tage-Zyklus auftreten um den natürlichen Zyklus nachzuahmen und dir das Gefühl zu geben, dass die Einnahme der Pille etwas natürliches und „gesundes“ ist.

 

Tatsächlich ist eine Blutung bei hormoneller Verhütung nicht unbedingt notwendig. Frauen, die eine Hormonspirale nutzen, haben häufig gar keine Blutungen mehr. Und mittlerweile gibt es auch Pillen, die längere Zyklen schaffen, sodass nur alle drei Monate eine Blutung auftritt. 

 

 

Natürliche Hormone VS. PillenHormone

Deine Eierstockhormone sind Estradiol und Progesteron. Du brauchst sie nicht nur für die Fortpflanzung, sondern sie wirken darüber hinaus in vielen anderen wichtigen Bereichen wie Stimmungsregulation, Schilddrüse, Muskulatur, Knochendichte und Stoffwechsel. 

Pillenhormone ähneln unseren natürlichen Hormonen zwar in ihrer chemischen Form, sie gleichen ihnen aber nicht zu 100% und sind somit nur als Pseudo-Hormone zu bezeichnen. 

 

Levonorgestrel ist ein Progestin, ein synthetisches Analoga der Gestagene zu denen Progesteron gehört. Ähnlich wie Progesteron unterdrückt es den Eisprung und führt zu einer Reduktion der Gebärmutterschleimhaut.  

 

Progesteron

Levenorgestrel


Die beiden Moleküle sind sich zwar ähnlich, aber unterscheiden sich auch deutlich. Und haben somit auch verschiedene Wirkungen auf den Körper. Während Progesteron die Gehirnfunktionen und unsere Stimmung unterstützt, ist Levonorgestrel mit Depression und Angst assoziiert (Skovlund et al., 2016). 

 

Ein weiteres Beispiel: Progesteron ist gut für die Haare und führt zu gesundem Haarwachstum und kräftigem Haar. Levonorgestrel hingegen führt zu Haarausfall, da es Ähnlichkeit mit dem männlichen Hormon Testosteron hat.

 

Simuliert die Pille eine Schwangerschaft?

Eine weit verbreitete Annahme ist, dass die Pille eine Schwangerschaft simuliert. Und dass es vielleicht sogar sinnvoll ist, weniger Periodenblutungen zu haben, da auch unsere Vorfahren aufgrund häufiger Schwangerschaften und langer Stillzeiten deutlich weniger Menstruationsblutungen hatten. Wenn Frauen viele Kinder hatten, hatten sie vielleicht nur 150 Eisprünge im Vergleich zu 450 bei einer gesunden Frau heutzutage. 

 

Aber auch hier gilt wieder: Die Pillenhormone sind keine Schwangerschaftshormone, sondern synthetische chemische Verbindungen, die die Produktion natürlicher Hormone in deinem Körper unterdrücken und zudem zahlreiche Nebenwirkungen haben können. 

 

Ich schreibe gerade an einer Pillen-Reihe. Der nächste Artikel wird detaillierter auf die Nebenwirkungen der Pille eingehen. 

 

Hast du ein bestimmtes Thema, das dich besonders interessiert? Was sind deine Erfahrungen mit der Pille und hormoneller Verhütung? Schreib mir gerne hier oder bei Instagram einen Kommentar – oder schreib mir eine Nachricht. Ich freue mich, von dir zu hören!

 

Love

Helen

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